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HNO

Die „Funktionelle Videopanendoskopie“ zur Diagnostik bei Extraösophagealem Reflux

Der laryngopharyngeale Reflux (LPR) und der extraösophageale Reflux (EER) sind Gegenstand kontroverser wissenschaftlicher Diskussion. Häufigkeit dieser Erkrankungen, Ausmaß der Auswirkung auf den Pulmonologischen und Hals- Nasen- Ohren- Bereich, diagnostischer Standard und therapeutisches Vorgehen werden derzeit intensiv erforscht.
Tatsache ist, dass refluxbedingte Erkrankungen zunehmen und im HNO- Patientengut mit etwa 10 % refluxbedingter Erkrankungsursachen zu rechnen ist.
Bei Erwachsenen gilt neben standardisierten Fragebögen (Reflux Finding Score, Reflux Symptom Index) die Zweipunkt- pH- Metrie als Goldstandard in der Refluxdiagnostik.
Seit dem Nachweis von Pepsin im Mittelohr und in den Nasennebenhöhlen gilt die Relevanz von Refluxerkrankungen für den HNO- Bereich auch bei Kindern als unstrittig.
Professor Hermann aus Rom hat in den vergangenen Jahren mit seinen Beiträgen zum Gasreflux und mit der Einführung der funktionelle Videopanendoskopie (VPE) großes Aufsehen erregt und zum besseren Verständnis des EER beigetragen.
Die VPE ist eine neuere Untersuchungsmethode bei der transnasal im Sitzen mit einem dünnen flexiblen Endoskop ohne Luftinsufflation videoendoskopisch bis in den Magen untersucht wird.
Der Untersuchungsablauf folgt einem standardisierten Protokoll. Folgende Stationen werden dabei regelhaft gesehen und videoendoskopisch dokumentiert:



- Epipharynx
- Larynx/ Endolarynx
- Proximaler Ösophagus
- Distaler Ösophagus
- Kardia mit Z- Linie

- Magenschleimhaut
- Inversion Magen
- Inversion Ösophagus,
oberer Sphinkter


Neben dem Reflux von Magensaft hat die Erkenntnis, dass das Gas in Magen und Speiseröhre die gleichen Eigenschaften wie Magensekret hat, zum besseren Verständnis des EER beigetragen. Es handelt sich bei diesem Magengas um das Aerosol aus fein vernebeltem Magensekret. Es kann bei der VPE regelhaft gesehen werden. Das „hoch pressen“ von Magengas in den HNO- Bereich und das Einatmen in die Bronchien bietet einen schlüssigen Erklärungsansatz für das Auftreten des EER.
Die weitere Besonderheit der VPE ist die funktionelle native Endoskopie (ohne Luftinsufflation) der Kardia orthograd und in Inversion sowie die Beurteilung des oberen Ösophagussphinkters in Inversion.

Die Methode eignet sich für Kinder und Jugendliche etwa ab dem achten Lebensjahr und wird in enger Kooperation mit den Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret durchgeführt. Sie kann einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Diagnose einer Kardiainsuffizienz bzw. einer EER leisten.


http://www.youtube.com/watch?v=hK8YoPt9fBE